Historischer Abend in Pittsburgh
Leon Draisaitl hat in der NHL einen Meilenstein erreicht, der weit über das Ergebnis eines einzelnen Spiels hinausgeht. Beim 4:6-Auswärtssieg der Edmonton Oilers bei den Pittsburgh Penguins erzielte der Kölner seinen 1.000. Scorerpunkt in der besten Eishockeyliga der Welt – als erster in Deutschland geborener Spieler überhaupt. Vor 18.000 Zuschauern in der PPG Paints Arena wurde der Moment nicht nur von seinen Teamkollegen, sondern auch von den Fans der Gastgeber mit großem Applaus gewürdigt.
Der historische Moment geschah bereits im ersten Drittel: In Überzahl leitete Draisaitl die Szene mit Übersicht ein, bediente Connor McDavid, dessen abgefälschter Abschluss von Zach Hyman verwertet wurde. Es war der Startschuss für einen Abend, an dem der 30-Jährige das Offensivspiel der Oilers entscheidend prägte. Mit insgesamt vier Assists – drei davon im Powerplay – war Draisaitl an mehr als der Hälfte der Edmonton-Tore beteiligt und unterstrich einmal mehr seine Bedeutung für das Spiel seiner Mannschaft.
Sportlich zeigte sich Edmonton vor allem in den Special Teams effektiv. Das Überzahlspiel der Gäste brachte die Penguins immer wieder in Bedrängnis und sorgte für wichtige Treffer in entscheidenden Phasen. Pittsburgh hielt mit hoher Intensität dagegen, nutzte seine Chancen und blieb bis in die Schlussphase hinein in Reichweite. Besonders emotional war das Duell für beide Teams durch das Wiedersehen mit Stuart Skinner, der lange Zeit das Tor der Oilers gehütet hatte und nun im Trikot der Penguins gegen seinen ehemaligen Klub antrat.
Trotz des engagierten Auftritts der Gastgeber hatte Edmonton am Ende die größere Durchschlagskraft. Während die Oilers mit dem Erfolg wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze sammelten, stand das Ergebnis an diesem Abend fast im Schatten der individuellen Leistung Draisaitls. Mit nun über 1.000 NHL-Punkten reiht sich der deutsche Superstar in einen exklusiven Kreis von Legenden ein. Er ist erst der 103. Spieler in der Geschichte der NHL dem es gelang diese Schallmauer zu durchbrechen. Bei den nicht in Nordamerika geborenen Spielern ist er sogar der fünftschnellste dem diese Meisterleistung gelang. Vor ihm befinden sich nur Peter Stastny (682 Spiele), Jari Kurri (716 Spiele), Jaromir Jagr (763 Spiele) und der noch aktive Nikita Kucherov (809 Spiele).
Auf Nachfrage von Journalisten fand Draisaitl nach dem Spiel folgende Worte:
„Viel harte Arbeit und viele Menschen haben auf diesem Weg geholfen. Diese Erfolge sind immer auf den einzelnen Spieler ausgerichtet, aber es gibt so viele Menschen, die dabei eine große Rolle spielen. Ich bin mir sehr bewusst, dass ich in den letzten Jahren viele Leute in meinem Leben hatte, die mir alles abgenommen haben und mich einfach das tun ließen, was ich tun wollte. Ich bin einfach super dankbar und natürlich auch ein bisschen stolz.“
Geifert wurde dieser Meilenstein mit seinen Teamkollegen. Anlässlich seiner besonderen Leistung fertigten seien Mannschaftskameraden ein T-Shirt für ihn mit einer Anspielung zu seiner Hochzeit an. Auf dem T-Shirt war ein Bild zu sehen, dass Draisaitl bei den Feierlichkeiten seiner Hochzeit mit einer Zigarette im Mund zeigt. Darunter der Schriftzug: „Smoking his way to 1000 NHL points“.
Foto: IMAGO / Imagn Images

