Spitzenreiter strauchelt im Schwarzwald – Ice Tigers beweisen Moral & Frankfurt daheim souverän
Der 20. Spieltag der PENNY DEL bot am 21. November 2025 alles, was den deutschen Eishockeysport so reizvoll macht: emotionale Kellerduelle, entschlossene Aufholjagden, historische Meilensteine und die ganz großen Momente in den Spitzenspielen.
Den Anfang machte das Kellerduell in Frankfurt – und dort setzten die Löwen ein kräftiges Lebenszeichen. Mit einem abgeklärten 3:0 schickten sie die weiterhin glücklosen Iserlohn Roosters nach Hause. Chris Wilkie avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner, während Mirko Pantkowski mit einem makellosen Auftritt den Shutout festhielt. Frankfurt vergrößerte damit den Abstand auf den Tabellenletzten weiter und sendete ein deutliches Signal im Abstiegskampf. Iserlohn dagegen bleibt offensiv zu harmlos, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien.
Im Schwarzwald erlebten die Zuschauer ein hochklassiges Duell zwischen Schwenningen und Straubing, das erst im Schlussabschnitt entschieden wurde. Die Wild Wings zogen das Tempo an, nutzten ihre Chancen gnadenlos und rangen den Tabellenführer mit 4:1 nieder. Besonders Tyson Spink stach mit seinem Doppelpack heraus. Der Erfolg der Gastgeber wirbelt das obere Tabellendrittel weiter durcheinander.
Von dort mischen nun auch die Adler Mannheim wieder kräftig mit. Beim 3:1 gegen die Dresdner Eislöwen feierten die Kurpfälzer nicht nur einen kontrollierten Heimsieg, sondern auch einen historischen Moment: Matthias Plachta erzielte seine DEL-Tore Nummer 200 und 201 und steht nun bei 499 Punkten – eine Marke für die Liga-Annalen. Mannheim präsentierte sich einmal mehr als Mannschaft mit meisterlichem Anspruch.
Im Traditionsduell zwischen Red Bull München und den Eisbären Berlin behielten die Bayern die Oberhand. Der 3:1-Erfolg war geprägt von Effizienz und taktischer Disziplin: Patrick Hager traf früh im Powerplay, Markus Eisenschmid sorgte mit zwei präzisen Abschlüssen für die Entscheidung. Während München wieder Kontakt zur Spitzengruppe aufnimmt, rutschen die Eisbären in ein Mittelfeld, das immer enger zusammenrückt.
Ein wahres Offensivfestival boten die Nürnberg Ice Tigers in Bremerhaven. Nach einem desaströsen 0:3-Start drehten die Franken auf beeindruckende Weise das Spiel und gewannen 5:4. Nürnberg bewies Moral, Struktur und Abschlussqualität – die Pinguins dagegen ließen eine perfekte Ausgangslage ungenutzt und mussten sich bitter geschlagen geben.
In Köln erlebten die Fans schließlich einen Nerventhriller, der erst im Penaltyschießen entschieden wurde. Ein spätes Tor von Dominik Bokk rettete die Haie zunächst in die Overtime, in der sie eine Unterzahl überstanden. Doch im Shootout schlug Augsburg eiskalt zu – Anthony Louis verwandelte den entscheidenden Versuch und sicherte den Panthern einen wertvollen Auswärtserfolg.
So brachte dieser 20. Spieltag nicht nur wichtige Punkte, sondern auch klare Statements: Frankfurt lebt, Nürnberg explodiert, Mannheim schreibt Geschichte – und an der Spitze wird jeder Ausrutscher kompromisslos bestraft. Die Liga zeigt sich so eng, unberechenbar und faszinierend wie selten!
Foto: City-Press

