Nico Sturm: Zwischen Augsburg und Minnesota – Heimat bleibt Herzenssache
Nico Sturm ist einer der erfolgreichsten deutschen Eishockeyspieler. Der gebürtige Augsburger hat sich in der NHL einen Namen gemacht, gewann zwei Mal den Stanley Cup und spielt aktuell wieder für die Minnesota Wild. Im Gespräch mit Hockey Inside wird deutlich: Trotz seiner internationalen Karriere bleibt Sturm seiner Heimat eng verbunden.
„Die AEV-Spiele kann ich jetzt nicht live anschauen, aber ich schaue mir Highlights an oder die Berichterstattung darüber und bin da eigentlich sehr nah dran“, berichtet Sturm. „Mein Bruder, meine Family, schauen auch jedes Spiel an. Meistens machen wir dann einen Call danach und ich informiere mich, wie die Spiele waren, wie die Jungs gespielt haben.“ Besonders freut sich Sturm über die positive Entwicklung in Augsburg: „Es sah eine Zeit lang mal sehr, sehr gut aus mit sieben Siegen in Folge. Jetzt gibt es wieder einen kleinen Durchhänger, ein bisschen Durchschnitt wieder. Es würde mich sehr freuen für die Fans, wenn es zumindest wieder Preplayoff-Eishockey in Augsburg gibt. Die Fangemeinschaft hat viel durchgemacht die letzten paar Jahre und die Stimmung im Curt-Frenzel-Stadion ist immer was Besonderes, das weiß, glaube ich, jeder – und in den Playoffs erst recht. Die Fans hätten es einfach verdient und die Leute, die hinter den Kulissen arbeiten, Management, Betreuer und so weiter, dass man einfach wieder Playoff-Eishockey in Augsburg sieht. Das würde mich schon sehr freuen.“
Auch in Minnesota fühlt sich Sturm heimisch. Es sei für ihn seine zweite Heimat geworden. „Meine Verlobte und ich fühlen uns hier unglaublich wohl. Sie hat ihre Familie hier. Ich mag Minnesota sehr, sehr gern. Es ist ein sehr bodenständiger Standort. Der Winter ist manchmal ein bisschen tough, lang und kalt, aber man hat alle vier Jahreszeiten, das haben wir damals in Kalifornien sehr vermisst. Die Sommer sind wunderschön in Minnesota, wenn man die Möglichkeit hat, am See zu sein, man kann alles machen, es ist richtig warm im Sommer und den Schnee haben wir auch so ein bisschen vermisst in Kalifornien die letzten drei Jahre.“
Sturm betont, wie wichtig ihm das Wohlfühlen außerhalb des Eises ist: „Für mich war es immer so in meiner ganzen Karriere, dass ich mich außerhalb des Eises wohlfühlen muss, um meine Leistung auf die Platte zu bringen. Wir haben unser kleines Häuschen und fühlen uns pudelwohl und ich kann mich einfach nur aufs Eishockey konzentrieren.“ Die Rückkehr zu den Minnesota Wild war für ihn ein „No-Brainer“: „Als das Angebot kam, hab ich auch gar nicht mehr mit anderen Teams groß verhandelt, sondern das war eigentlich gleich ein Done Deal.“
Augsburg und Minnesota sind für Nico Sturm mehr als nur Stationen auf dem Karriereweg, sie sind echte Herzensorte.
Interview: Stefan Mack
Foto: City-Press

