DEL 2: Rising Stars

DEL-Potenzial? Die Breakout-Stars der DEL2: Augen auf bei diesen jungen Spielern

Die PENNY DEL und die DEL2 sind im vollen Gange. Ein Viertel der Saison ist absolviert – und damit ist es für HockeyInside an der Zeit, den Fokus auf eine ganz bestimmte Gruppe von Spielern zu lenken: die jungen Talente, die mit einem guten Jahr in Liga Zwei schon bald ganz oben landen können.

Philipp Dietl – EV Landshut

Er ist sicherlich kein Geheimtipp mehr. Schließlich ist der 21-Jährige für sein Alter mittlerweile ein etablierter Goalie. Die ersten Einsätze in der PENNY DEL gab es in der Saison 21/22 für die Straubing Tigers, danach war Dietl immer wieder für die Tigers und den EV Landshut aktiv.

Die Bilanz: eine Meisterschaft in der DNL und zweimal der Titel „Rookie des Jahres“ – in der DEL und zuletzt in der DEL2.

In dieser Saison spielt der gebürtige Bogener praktisch fehlerfrei und hält den Kasten des EVL mit spektakulären Paraden und blitzschnellen Bewegungen, die die Fans verzücken, sauber. Am Gutenbergweg will man jedoch nichts von einem Zweikampf mit Routinier Jonas Langmann hören und betont die Teamarbeit. Dietl könnte mittlerweile aber leicht die Nase vorne haben, auch, wenn beide Goalies bei über 90 Prozent Fangquote liegen. Langmann scheint sein Potenzial und seine Stärken manchmal noch nicht komplett ausgeschöpft zu haben, Dietl spielt dagegen bis jetzt befreit auf. Auf lange Sicht definitiv eine klare Nummer Eins in der DEL2 und ein Mann, der auch in der PENNY DEL viel erreichen kann.

Nikolaus Heigl – ESV Kaufbeuren

Er ist eigentlich ein Spieler des EHC Red Bull München, die meiste Zeit aber für die Joker unterwegs. In 12 Saisonspielen zauberte der gebürtige Tölzer elf Scorerpunkte aus dem Hut – darunter vier Tore. Der 22-Jährige findet sich meistens in der nominell ersten Reihe wieder und generiert immer wieder Chancen, die durchaus gefährlich werden.

Heigls Vertrag mit den Red Bulls läuft zwar am Ende der Saison aus, dennoch dürften genug Perspektiven vorhanden sein – auch am Standort München. Ehliz, Hager, Rieder und Kastner sind mittlerweile alle über 30. Eine Verjüngungskur könnte dem Kader auf lange Sicht nicht schaden, möchte man nicht den Anschluss in Eishockey-Deutschland verlieren.

Damit könnte der junge Mann, den alle nur „Klausi“ nennen, also auch dort eine heiße Aktie sein. Ein Traumszenario für viele Fans wäre sicherlich auch ein Wechsel zu Zwillingsbruder Thomas, der sich mittlerweile bei den Nürnberg Ice Tigers mehr als etabliert hat.

Daniel Bruch – Krefeld Pinguine

Er ist wohl DER Aufsteiger der letzten Jahre. In der Saison 2020/2021 tauchte Bruch zum ersten Mal in der DEL2 auf. Damals war der Stürmer für den EC Bad Nauheim in vier Ligaspielen aktiv, spielte aber noch hauptsächlich im Kölner Nachwuchs.

Im nächsten Jahr schlug der EV Landshut zu und verpflichtete das Talent. Was folgte, waren zwei solide Jahre unter dem Radar in den hinteren Reihen. In 92 Spielen für die Dreihelmestädter verbuchte Bruch 17 Scorerpunkte, wirkte in der Rolle aber festgefahren.

Sein Weg raus: ein Wechsel in die Oberliga. Bei den Blue Devils Weiden entdeckte der Mann aus Bad Waldsee seinen Scoring-Touch und konnte in insgesamt 64 Spielen 59 Punkte verbuchen, stieg am Ende des Jahres mit dem Club auf.

Zurück in der DEL2 konnte Bruch deutlich mehr zum Spiel beitragen als zu Landshuter Zeiten. Seit dieser Saison ist der Rechtsschütze Teil der Krefeld Pinguine und auf dem Weg zu seiner bisher stärksten Saison: 13 Punkte in 16 Spielen lautet die Bilanz. Neben viel Geschwindigkeit bietet Bruch mittlerweile auch Scoring-Touch.

Dabei profitiert er auch von Reihenpartnern wie Matsumoto oder Weiß. So entwickelt sich nicht nur der Club, sondern auch der Baden-Württemberg­er langsam zu einem echten Aufstiegskandidaten.

Finn Serikow – EV Landshut

Ein klangvoller Nachname, der bei vielen deutschen Eishockeyfans große Erinnerungen weckt. Vater Alex wurde im deutschen Oberhaus zwischen 1996 und 2000 insgesamt viermal Deutscher Meister, spielte in der DEL für die Adler Mannheim, die München Barons, die Kassel Huskies und die Hannover Scorpions. Dieses Eishockeytalent hat der Nationalspieler seinem Sohn vermacht. Serikow ist gerade 19 Jahre alt geworden und spielt seine zweite DEL2-Saison. 27 Spiele bestritt er insgesamt für die Blue Devils Weiden, war zeitgleich auch für die Black Hawks Passau in der Oberliga auf dem Eis. Vor dieser Saison ging es wieder zurück in die Heimat nach Landshut, wo der junge Serikow bislang in der Verteidigung solide Leistungen bringt.

Auffällig: Gerade im Derby gegen Kaufbeuren agierte er als Heißsporn, musste mit einer Spieldauerstrafe vom Eis und lieferte sich einen Fight. Läuferisch dürfte der junge Landshuter für die Zukunft noch etwas zulegen.

Grundsätzlich dürfte es dem jungen Verteidiger guttun, im Schatten von Spielern wie Dietz oder Bergman noch etwas zu reifen und von der Erfahrung von Coach Uwe Krupp zu profitieren. Sollte in Zukunft ein DEL-Club anklopfen, könnte der Youngster für den Sprung gewappnet sein. Auch nach der Deutschland Cup-Pause zeigte er weiter stabile Leistungen.

Jonas Neffin – Eisbären Regensburg

Er war letztes Jahr der Garant für den Klassenerhalt der Eisbären Regensburg: Jonas Neffin hielt seinen Kasten größtenteils sauber und konnte sich eine überragende Fangquote von 94 Prozent erarbeiten. Verdient hatte er sich bei den Fans den Titel „Eisbär der Saison“ – noch vor Leistungsträgern wie Corey Trivino oder Constantin Ontl. Profitieren konnte er in der abgelaufenen Spielzeit von einer Verletzung: Eetu Laurikainen fiel länger aus, und Neffin nahm seinen Platz im Regensburger Kasten ein.

Mittlerweile geht der gebürtige Iserlohner in die dritte Saison mit den Eisbären – und in die erste als klare Nummer eins. Und bisher überzeugt der 25-Jährige auf ganzer Linie. Zur Zeit kann er eine bärenstarke Fangquote von 94,45 % aufweisen. Dazu kommt der Titel „Spieler des Monats“ in der Liga – und zwar sowohl im September, als auch im Oktober.

Mitte 20 und ein deutscher Torwart mit extrem starken Leistungen – das ist ein Ausrufezeichen in der DEL2 und vielleicht auch für einen DEL-Verein ein Angebot wert.

Lennard Nieleck – Lausitzer Füchse

Er ist 21 Jahre alt und wie Neffin ein Kind des Iserlohner EC. Seit dieser Saison sorgt Nieleck im Sturm der Lausitzer Füchse als Center für Furore – und das auch in den ersten beiden Reihen. In zehn Spielen konnte er bisher dreimal selbst treffen und sieben Treffer vorbereiten. Das hat ihm auch schon mal den berüchtigten Goldhelm eingebracht.

Seine Saison begann allerdings beim Heimatclub im Sauerland. Nach zwei Spieltagen in der PENNY DEL folgte der Wechsel von Iserlohn nach Weißwasser. Der sportliche Leiter der Füchse, Jens Baxmann, beschrieb den 1,96 Meter großen Stürmer als „hoffnungsvollen Spieler“. Das ist Nieleck allemal. Er scheint in der DEL2 schon angekommen und lief auch in der CHL per Förderlizenz schon einmal für die Eisbären Berlin auf. Weitere DEL-Einsätze scheinen damit nicht ausgeschlossen.

Sollte seine Entwicklung so weitergehen, wird er sich früher oder später definitiv wieder in der Erstklassigkeit wiederfinden.

Autor: Felix Roderer

Foto: City-Press