Krefeld erobert Tabellenführung – Last-Minute-Wahnsinn in Weißwasser
Joker kämpfen sich zurück – Regensburg holt Zusatzpunkt im Shootout
Beim 21. Spieltag der DEL2 lieferten sich die Eisbären Regensburg und der ESV Kaufbeuren ein intensives Duell, das den Allgäuern nach einem zähen Start immerhin einen Zähler einbrachte. Vor 1.944 Zuschauern in der energie schwaben arena fanden die Joker zunächst kaum ins Spiel, Regensburg nutzte frühe defensive Aussetzer kaltschnäuzig und führte durch Mähler und Berardinelli schnell mit 0:2. Nach einer nervösen ersten Hälfte und gleich zwei Strafen gegen Kanninen kämpfte sich Kaufbeuren jedoch zurück ins Match.
Mit dem Powerplay-Treffer von Kislinger kehrte spürbar Energie aufs Eis, nach der zweiten Pause gelang Kanninen der verdiente Ausgleich – bis ein Fehlpass hinter dem eigenen Tor Regensburg erneut in Front brachte. Das 2:3 brachte den ESVK kurz aus dem Rhythmus, doch eine kämpferische Schlussphase wurde belohnt: Kapitän Ebner traf in der Sechs-gegen-Fünf-Situation zum 3:3. In der Overtime vergaben die Joker sogar die Chance auf den Sieg, im Penaltyschießen entschieden jedoch die Gäste dank Braccos Treffer.
Krefeld dominiert Spitzenduell – Huskies ohne Chance
Die Krefeld Pinguine haben am Freitagabend ein starkes Ausrufezeichen im DEL2-Spitzenspiel gesetzt. Vor heimischer Kulisse bezwangen sie die Kassel Huskies souverän mit 4:1 und eroberten damit die Tabellenführung zurück. Den Grundstein legten konzentrierte Special Teams, ein glänzend aufgelegter Felix Bick im Tor und ein Doppelpack von Mathew Santos. Bereits im ersten Drittel traf Max Newton im Powerplay, während Kassel trotz Chancen kaum an Bick vorbeikam.
Nach der Pause erhöhte Santos, ehe Bartuli kurz darauf per Abfälscher verkürzte. Krefeld blieb jedoch spielbestimmend – Hops stellte den alten Abstand wieder her. Im dritten Abschnitt kontrollierten die Pinguine das Geschehen fast nach Belieben, Santos sorgte im erneuten Überzahlspiel für die Entscheidung. Kassel fand kein Mittel mehr, um den Rückstand zu verkleinern.
Zusätzliche Freude gab es zum Schluss: Rückkehrer Jan Nijenhuis feierte nach langer Verletzung ein starkes Debüt und rundete einen perfekten Abend für die Seidenstädter ab.
Starbulls mit Offensiv-Power und Dreifachschlag
Die Starbulls Rosenheim haben einen verdienten 6:3-Heimsieg über den EHC Freiburg eingefahren und damit den dritten Tabellenplatz erobert. Früh setzte Lukas Laub den Startpunkt, ehe Rosenheim im zweiten Drittel mit einem Dreifachschlag binnen fünf Minuten auf 4:0 davonzog. Freiburg fand erst nach dem Torhüterwechsel zu Hegmann ins Spiel und verkürzte durch einen Doppelpack von Christian Billich auf 2:4.
Im Schlussabschnitt schafften die Gäste aber nicht mehr die Trendwende. Stattdessen stellte Maximilian Adam mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand her, und Jordan Taupert erhöhte nach Scheibenklau in Unterzahl sogar auf 6:2. Petr Heider gelang noch kosmetische Ergebniskorrektur, am Auswärtserfolg rüttelte das jedoch nicht mehr. Rosenheim überzeugte offensiv – Freiburg zeigte Moral, bleibt aber ohne Punkte.
Scheidl wird zum Last-Minute-Held – Füchse entreißen Ravensburg den Sieg
Was 59 Minuten nach einer bitteren Heimniederlage aussah, endete für die Lausitzer Füchse in purem Jubel. Gegen die favorisierten Ravensburg Towerstars lag Weißwasser lange zurück, kämpfte sich aber zurück – und krönte den Abend mit einem Finish, das in die Kategorie Eishockey-Wahnsinn fällt.
Ravensburg spielte kontrolliert, nutzte defensive Nachlässigkeiten und führte dank Treffern von Rassell und Czarnik verdient mit 2:0. Erst im Powerplay brach Knobloch den Bann und brachte die Lausitzer zurück ins Spiel. Doch die Towerstars verteidigten diszipliniert, vergaben jedoch mehrfach früh die Chance auf die Vorentscheidung.
Dann explodierte die Halle: 35 Sekunden vor Schluss drückte Lane Scheidl den Puck zum 2:2 über die Linie – und nur 19 Sekunden später lenkte er einen Schuss von Sezemsky unhaltbar zum 3:2 ins Netz. Statt sicherer drei Punkte reiste Ravensburg mit leeren Händen ab, während die Füchse den wohl emotionalsten Sieg ihrer Saison feierten.
Crimmitschau belohnt sich im Retro-Spiel – Landshut rennt vergeblich an
Die Eispiraten Crimmitschau haben am Retro Day einen wichtigen Heimsieg eingefahren. Vor 2.623 Zuschauern setzten sich die Westsachsen mit 2:1 gegen den EV Landshut durch – knapp im Ergebnis, spielerisch jedoch hochverdient. Früh brachte Adam McCormick die Hausherren in Front, ehe Corey Mackin im zweiten Drittel nachlegte und die starke Offensivphase der Eispiraten krönte.
Neuzugang Maxim Trépanier feierte ein engagiertes Debüt, während Kevin Reich mit mehreren starken Paraden Sicherheit gab. Landshut, taktisch umgestellt und lange offensiv gehemmt, fand erst spät ins Spiel zurück. Tor Immo verkürzte in der 59. Minute und machte das Duell noch einmal brisant, doch die Eispiraten blockten, kämpften – und brachten die Punkte unter lautem Jubel über die Linie.
Für Crimmitschau bleibt ein stimmungsvoller Abend, an dem Tradition, Leidenschaft und drei Zähler perfekt zusammenpassten. Landshut hingegen bleibt auswärts erstmals ohne Punkt und muss den Schwung nun vor eigenem Publikum wiederfinden.
Weiden schlägt Bietigheim mit Effizienz – Gläser glänzt doppelt
Die Blue Devils Weiden haben im Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und mit 4:1 gewonnen. In einer lange ausgeglichenen Partie entwickelten beide Teams zunächst ein rasantes Hin-und-Her, geprägt von hohem Tempo, Zweikämpfen und wechselnden Offensivphasen. Erst im Mittelabschnitt nutzten die Gastgeber ein kurzes Momentum – Luca Gläser eröffnete die Führung, nur 60 Sekunden später legte Tom Schwarz zum 2:0 nach.
Bietigheim blieb dran, Fonstad verkürzte direkt vor der zweiten Pause und hielt die Partie offen. Die Steelers kamen druckvoll aus der Kabine, fanden aber mehrfach keinen Weg vorbei an der Weidener Defensive. Erneut war es Gläser, der im Powerplay traf und die entscheidende Lücke riss. Als Goalie Schmidt vom Eis ging, machte Vogt per Empty Net alles klar.
Foto: City-Press

